05.06.2019 - Mit digitalem Helfer immer einen Schritt voraus

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Die Digitalisierung ist in aller Munde und nimmt einen entscheidenden Stellenwert in der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen ein. Die intelligente Fabrik weiß, an welchen Schnittpunkten Ressourcen gespart werden können, durch Roboter werden Operationen noch minimal-invasiver und Autos fahren in den nächsten Jahren voraussichtlich komplett autonom. Auch die Bauwirtschaft arbeitet verstärkt mit modernen Technologien, um Prozesse zu optimieren. Die Dortmunder Rundholz Bauunternehmung setzt seit rund zwei Jahren verstärkt auf digitale Lösungen.

„Um für die Zukunft gewappnet zu sein, nutzen wir aktuell in den Bereichen der Qualitätssicherung und Arbeitsmittelorganisation jeweils eine Software, mit deren Hilfe wir unsere Arbeitsabläufe noch effizienter gestalten können“, erklärt Stefan Rundholz, Geschäftsführer des Familienunternehmens aus Dortmund Brackel. „Hieraus ergeben sich zahlreiche Vorteile. Die Verteilung unseres Materials kann noch besser koordiniert werden, Kosten werden gespart und mein Team behält jederzeit den Überblick über unsere rund 80 Baustellen.“

Im Bereich der Qualitätssicherung setzt der über 100 Mitarbeiter starke Betrieb seit September 2018 auf das App-basierte Prüfsystem nQ. An zwei Baustellen kommt die mobile Software aktuell zum Einsatz. Das Programm zeigt Bauleitern und Polieren an, wann planmäßige Überprüfungen anstehen. Die Erinnerungen helfen dabei, eventuelle Mängelanbahnungen im Vorfeld zu erkennen und vor der Fertigstellung des Gesamtobjektes zu beheben oder sogar ganz zu vermeiden. Neben händisch eingegebenen Terminen macht nQ zudem auf Wunsch eigenständig neue Vorschläge für die einzelnen Bauabschnitte. Die Empfehlungen basieren auf den Erfahrungswerten des Herstellers. Bei der täglichen Arbeit führt das System als Kopilot durch den Plan und zeigt auf, welche Kontrollen anstehen. Bauleiter können die Ergebnisse der Prüfungen und Messwerte direkt digital eingeben, dabei vergleicht die Software automatisch Ist- und Soll-Werte miteinander und zeigt das Resultat in Ampelfarben an. Komplexere Prüfungen werden unter anderem durch die Anzeige von Systemskizzen unterstützt.

Bei Baumängeln nimmt nQ diese nicht nur zur Dokumentation auf. Das entsprechende Gewerk wird mit einer konkreten Erläuterung direkt informiert, sodass ohne Verzögerung optimiert werden kann. „Die gelieferten Ergebnisse sind nicht nur für laufende Projekte aufschlussreich. Hinweise und Erfahrungswerte können wir auch auf zukünftige Maßnahmen übertragen. Zusätzlich ermöglicht uns die Software, Bauherren schon während der Umsetzungsphase detailliert und unkompliziert Einblick in das Protokoll sowie den Projektstatus zu geben“, erklärt Karsten Hueck, Bauleiter der Rundholz Bauunternehmung. Einen kleinen Verbesserungsbedarf sieht er jedoch bei der Arbeit mit dem Programm: „Um nQ nutzen zu können, müssen wir bereits bei der Planung alle Parameter der Leistungsbeschreibung detailliert eingeben und Termine festlegen. Dies ist mit großem Aufwand verbunden. Bei kleineren Maßnahmen ist die Software deshalb noch nicht praktikabel genug.“

Im Bereich der Arbeitsmittellogistik nutzt die Rundholz Bauunternehmung seit rund zwei Jahren das Tool der virtic GmbH & Co KG. Die Software wurde zunächst mit einer kleinen Gruppe getestet, bevor sie fest etabliert eingesetzt wurde. „Mit dem Programm können wir beispielsweise direkt nachvollziehen, an welchem Standort unsere Geräte und Werkzeuge im Einsatz sind und welcher Mitarbeiter diese zuletzt für welchen Arbeitsschritt genutzt hat. Für diesen Zweck haben wir alle Materialien zunächst katalogisiert und mit QR-Codes ausgestattet. Die Registrierungsphase hat mehrere Wochen gedauert, der Aufwand hat sich aber gelohnt, da wir produktiver und ohne großen Leerlauf arbeiten können“, erklärt der erfahrene Bauleiter.

Die digitale Lösung unterstützt zusätzlich bei der Bestellung von Arbeitsmitteln und erfasst Bestands- und Verbrauchsartikel mengenmäßig. Bauleiter und Poliere wählen diese anhand des umfangreichen Katalogs aus und können die Mittel gegebenenfalls anders verteilen. „Anhand von Erfahrungswerten erkennt man, ob Materialien in der verbliebenen Stückzahl wirklich noch benötigt werden. Bei Engpässen ordert man rechtzeitig nach, ist zu viel vorhanden, werden die Produkte einfach und unkompliziert anderen Baustellen zugeteilt. Im Prinzip führen wir durch die Software jeden Tag eine Inventur durch und behalten auch bei einer großen Anzahl an parallellaufenden Vorhaben den Überblick“, so Hueck.

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